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GMS Schwaikheim

Die GMS Schwaikheim (früher: Ludwig-Uhland-Schule Schwaikheim) ist seit dem Schuljahr 2013/14 Gemeinschaftsschule.

Was bedeutet das für die Schule, die Schüler und ihre Eltern?

Rektor Eberhard Bischoff beantwortet häufig gestellte Fragen zur Gemeinschaftsschule (GMS) Schwaikheim

Wer kann sein Kind an der GMS Schwaikheim anmelden?

Grundsätzlich steht diese Schule allen Kindern offen, unabhängig von Grundschulempfehlung und Schulbezirken.

Welche Abschlüsse sind an der GMS Schwaikheim möglich?

Der Unterricht orientiert sich in der Startphase am Bildungsplan der Realschule, bietet aber alle Bildungsniveaus an (Hauptschule, Realschule, Gymnasium). Erreicht wird der Realschulabschluss nach Ende der Sekundarstufe 1 (Klasse 10). Möglich ist auch der Hauptschulabschluss. Nach der 10. Klasse ist ein ist ein Wechsel auf ein allgemeinbildendes oder berufliches Gymnasium möglich. Sollten genügend Schüler  die Sekundarstufe 2 der GMS besuchen, kann auch hier das Abitur gemacht werden.

Die GMS soll - so heißt es - eine bessere Bildung bieten als eine herkömmliche Schule. Worauf gründet sich diese Aussage?

Erstens darauf, dass an unserer GMS immer auf unterschiedlichen Niveaustufen gelernt wird, ent­sprechend der Leistungsfähigkeit der einzelnen Schüler. Auch Lerngruppen werden nach Leistungs­fähigkeit zusammengestellt. Dadurch können wirklich alle Kinder engagiert mitarbeiten. Kein Kind bleibt zurück.
Zweitens weil wir viel mehr Eigenarbeit in den Unterricht integrieren. Auf jede Unterrichtseinheit folgt immer aktive Eigenarbeit, entweder allein, mit einem Partner, einem Lernbegleiter oder in einer kleinen Lerngruppe. Hier gilt: Nur was die Schüler selbst tun, haben sie wirklich verstanden.

Eine Lehrerkraft hat doch eine wichtige Aufgabe, kann denn ein Lernbegleiter diese wirklich übernehmen?

Wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Gehirnforschung haben gezeigt, dass  Lernen am erfolgreichsten ist, wenn 1. das aktive Lernen jedes Einzelnen das Ziel des Unterrichts ist und wenn 2. das aktive Lernen mit herausfordernden Aufgaben verbunden ist. Für diese neuen Aufgaben musste sich die Rolle der Lehrkraft ändern:  
Sie unterrichtet wie gehabt, wenn ein neuer Stoff eingeführt wird, Lernprozesse angeregt und Zusammenhänge erklärt werden, wenn Interesse und Motivation erzeugt oder z.B. Arbeitspläne aufgestellt werden sollen.    
In der aktiven Phase des Lernens wird die Lehrkraft dann zum Lernbegleiter: Sie regt an, gibt Hilfestellung, begleitet die selbständige Arbeit, beobachtet und bewertet den Lernfortschritt.
Für diese neuen Aufgaben werden die Lehrkräfte unserer Schule aus- und weitergebildet.

Wie wird denn ein hohes Leistungsniveau sicher gestellt?

Durch regelmäßige Diagnosen hat die Lehrkraft stets einen genauen Überblick über den Lernstand des Kindes. Eine Leistungs­schwäche wird sofort bemerkt und kann durch gezielte Förderung behoben werden Entsprechend dem erreichten Lernstand erhält es neue Auf­gaben. Auch die Eltern unserer Schüler erfahren in regelmäßigen Feedback-Gesprächen, wo Ihr Kind steht.

Haben die Kinder, die in ihrer Grundschulen noch nicht an die neuen Lehr- und Lernformen gewöhnt worden sind, keine Nachteile beim Übergang auf die GMS?

Nein, denn die erste Aufgabe unserer Lehrkräfte ist es, alle Kinder auf den gleichen Stand zu bringen. Für das selbständige Lernen wird zuerst das Selbstvertrauen der Kinder gestärkt. Weiter geht es dann mit Übungen zur Selbsteinschätzung, mit dem Arbeiten nach Lernplänen auf verschiedenen Niveaustufen sowie mit selbständigem Lernen in unserem neuen Lernatelier, das von den jetzigen Fünftklässlern begeistert angenommen wurde.

„Chancen durch Vielfalt“, das Motto der GMS Schwaikheim, was genau bedeutet das?

Wir bilden und fördern jedes Kind - unabhängig von Herkunft, Elternhaus, sozialem und wirtschaftlichem Stand, Geschlecht, Religion, geistiger und körperlicher Leistungsfähigkeit oder einer Behinderung. Wir sehen in dieser Unterschiedlichkeit keinen Nachteil für die Bildung, sondern im Gegenteil einen Vorteil, denn gerade die in der Bildung führenden Länder zeigen, dass mehr Chancengleichheit sehr wohl mit höherer Leistung vereinbar ist. Dazu kommt, dass gerade aus der Unterschiedlichkeit  der Schüler eine menschliche und kulturelle Bereicherung erwachsen kann. Das streben wir für unsere Schüler/innen an.

Wenn jeder lernen kann, wie er will, sinkt dann nicht das Leistungsniveau?

Beim herkömmlichen Frontalunterricht kommt es häufig vor, dass sich einige Schüler langweilen, andere überfordert sind. Beim individuellen Lernen - mit einem Lernbegleiter, einzeln oder in Gruppen - können Langeweile und Überforderungen  vermieden werden. Die Erfahrung zeigt, dass sich die Schüler/innen beim selbständigen Lernen anspruchsvolle und  herausfordernde Aufgaben suchen. Sie lernen damit nicht nur mehr und besser; sie haben auch mehr Freude am Lernen.  

Starke Schüler helfen schwächeren. Werden die starken damit nicht als Hilfslehrer missbraucht?

Beim Lernen vom Mitschüler profitieren beide Schüler: Der starke versteht dadurch den Stoff selbst noch besser; der schwächere lernt meist entspannter als mit einem Lehrer oder Lehrerin, denn einen Mitschüler wird er meist freier und ungezwungener fragen als einen Lehrer. Durch das Vorbild des Mitschülers wird er zudem stärker angespornt. Diese Art des Miteinan­ders fördert auch das Sozialverhalten der Schüler. 

Sind denn alle Kinder wirklich in der Lage, selbständig zu lernen?

Selbständig lernen heißt bei uns immer „begleitet“ selbständig zu lernen. Begleiten heißt Raum zum Selbstdenken, zum Experimentieren, zum Finden eigener Lösungen zu lassen. Die Lehrkräfte sind Lernberater und Lernbegleiter des Kindes. In regelmäßigen Feedback-Gesprächen mit jedem einzelnen Schüler wird der Lernfortschritt besprochen, die Arbeitshaltung überprüft und neue Ziele gesetzt. 

Ist die GMS für die neuen Lehr- und Lernmethoden denn ausreichend ausgestattet?

Ja! Ohne Zweifel gehört unsere GMS zu den am besten ausgestatteten Schulen im weiteren Umkreis. Wir haben modern ausgestattete Klassenzimmer mit interaktiven Whiteboards (digitalen Tafeln mit PC-Anschluss), neue naturwissenschaftliche Fachräumen, ein großes Lernatelier (40 Einzelarbeitsplätze), ausgestattet mit Laptops und iPads.  

Werden die Schüler/innen im Umgang mit dem Internet geschult? Lernen sie sich vor den Gefahren aus dem Internet zu schützen?

Im November letzten Jahres haben wir mit dem wichtigen Projekt Gefahren im Umgang mit dem Internet begonnen, das wir gemeinsam mit dem Kreisjugendring Rems-Murr e.V. durchführen. Mit diesem Projekt fördern wir die Medienkompetenz unserer Schüler; die letztlich der einzig wirksame Schutz gegen die Gefahren aus dem Internet ist. Dieses Projekt wird weitergeführt.

Werden technisch und handwerklich begabte Schüler/innen auf das Berufsleben vorbereitet?

Wir verfügen über zwei sehr gut ausgestattete Fach­räume für den Technikunterricht und je einen Raum für Textiles Werken und Hauswirtschaft. In diesen Räumen können die Schüler/innen Grundfertig­keiten verschiedener Berufe erwerben und mit unterschiedlichen Materialien arbeiten. Die breitgefächerte Berufsorientierung kann Ihr Kind auch zum Besuch eines beruflichen Gymnasiums motivieren.

Ist die GMS für einen Ganztagsbetrieb gut genug ausgestattet?

Unsere Schule ist an vier Tagen in der Woche für die Sekundarstufe eine Ganztagsschule: offener Beginn um 7.30 Uhr, Unterricht von 7.50 – 16.00 Uhr. Freitags endet der Unterricht um 13.00 Uhr. In der Mensa wird ein Mittagessen angeboten.
Sie als Eltern können sicher sein, dass die gesamte Zeit in der Schule für Ihr Kind anregend und nützlich sein wird. Zum Beispiel durch individuelle Lernzeiten und freizeitpädagogische Angebote am Nachmittag, durch Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften, die in Kooperation mit unseren externen Partnern durchgeführt werden sowie durch Feedback-Gespräche mit einer Lehrkraft.

Bekommen die Kinder noch Hausaufgaben?

Nein, Hausaufgaben gibt es nicht mehr. Alle Aufgaben werden in der Schule während der individuellen Lernzeit erledigt. Dabei ist stets eine Lehrkraft als Ansprechpartner anwesend.  Dadurch werden die Eltern entlastet und den Kindern bleibt mehr Zeit für Freizeitaktivitäten nach der Schule.

Ein Blick zurück
Ich hoffe, Sie können sich anhand dieser Antworten ein Bild von GMS Schwaikheim machen. Zum Schluss würde ich Sie um folgendes bitten: Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären am Ende Ihrer Schulzeit gebeten worden, Ihre Schule zu verbessern. Was hätten Sie dann wohl geändert?

Sicher hätten Sie nicht weniger leisten wollen, möglicherweise sogar mehr.

Aber den Duck durch Noten, die Angst vor einer schlechten Zensur, das ständige Vergleichen, das „Sich-Rechtfertigen-Müssen“; das alles hätten Sie sich sicher gerne erspart.

Anstelle von Noten hätte Sie sicher gerne von der Lehrkraft in regelmäßigen Feed-back-Gesprächen erfahren, wie Sie Ihre Stärken ausbauen, Ihre Schwächen ausgleichen können. Hätten mit der Lehrkraft gemeinsam Ziele vereinbart, an Ihrem individuellen Fortschritt gearbeitet. Ohne Angst, ohne Noten, in Ihrem Tempo, freiwillig und selbstbestimmt.

Sicher hätten Sie auch die Langeweile gerne von der Schule verbannt, das häufig eintönige Dozieren einer Lehrkraft, den ermüdenden theorie- und kopflastigen Unterricht.

Wie wäre das gewesen, wenn die Lehrkraft ein neues Thema, in Physik z. B. die Wärmleitung, kurz eingeführt und Sie als Schüler/innen dann hätte experimentieren können, so dass Sie die Gesetze der Wärmeleitung an verschiedenen Materialien „handgreiflich“ verstanden hätten. Und wenn Sie auch in anderen Fächern experimentell hätten so arbeiten dürfen.  

Sicher hätten Sie bei einem Verständnisproblem anstelle einer Lehrkraft lieber erst mal einen anderen Schüler, eine andere Schülerin gefragt – während des Unterrichts, ganz offen, vielleicht sogar in Ruhe an einem separaten Tisch, weg von der Lerngruppe.

Vielleicht hätten Sie in Ihrem „Spezialfach“ auch selbst gerne schwächeren Schülern geholfen, hätten so beigetragen zu einem Miteinander anstelle eines konkurrierenden Gegeneinanders.

Die Hausaufgaben hätten Sie sicher auch gerne abgeschafft, das notwendige Üben  anstatt zuhause lieber in der Schule erledigt, wo eine Lehrkraft zur Beratung zur Verfügung gestanden wäre. Das hätte Ihnen sicher einiges an „Lernfrust“ erspart.

Viele von Ihnen hätten sicher auch gerne bei der Gestaltung der Schule stärker mitgewirkt, Ideen eingebracht, die Schule nicht nur als Lern- sondern auch als inspirierenden Lebensraum erfahren, schon hier Demokratie geübt und gelebt.

Ich könnte leicht noch einige weitere Punkte anführen. Und ich glaube, dass auch Sie noch einige Verbesserungsvorschläge machen könnten. Zusammen würden wir eine gute Schule hinkriegen. Eine Schule, die allen Kindern optimale Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Das aber kann nur die Gemeinschaftsschule. Für diese Schule arbeiten wir, für diese Schule begeistern wir uns.

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Kontakt

Gemeinschaftsschule Schwaikheim
Konrektorin Karin Wulf
Uhlandstr. 8
71409 Schwaikheim
Tel.: 07195/9538-0