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GMS Schwaikheim

Die GMS Schwaikheim (früher: Ludwig-Uhland-Schule Schwaikheim) ist seit dem Schuljahr 2013/14 Gemeinschaftsschule.

Was bedeutet das für die Schule, die Schüler und ihre Eltern?

f.ü.r.-Projekt

f.ü.r-Projekt: Gewalt ist out - Rücksicht ist in

Eine Schwaikheimer Elterninitiative zeigt Kindern Wege aus der Gewalt und zu mehr Freundlichkeit untereinander.

Die Gewaltbereitschaft unter Kindern und Jugendlichen nimmt zu. Ständig berichten Kinder von Szenen auf dem Pausenhof, im Schulbus oder auf dem Weg nach Hause - und die Angst wächst. Die zunehmenden Gewaltvorkommnisse an Schulen stellen auch an die Eltern eine erzieherische Aufgabe.

Die Frage "Wie kann man den Umgang unter den Schülern verändern und das Miteinander verbessern?" hat neun Schwaikheimer Eltern dazu bewogen sich im Rahmen des Projekts f.ü.r - Freunde üben Rücksicht zu engagieren.

Sie besuchen die Schule und gestalten zwei Unterrichtsstunden zum Thema Gewaltpräventation. "Wir haben alle Kinder, sind daher in den Schulalltag integriert und wissen aus erster Hand, was geschieht", sagt Bianka Bauer, Mutter von drei Kindern und Mitglied der Elterninitiative. "Das Projekt war für uns eine gute Möglichkeit, etwas zu tun. Es ist aber auch ein Thema, das uns Erwachsene genauso angeht".

Kinder sollen nachdenken

Christian Nebroj, Heike Stahl, Kiki Papadopoulou, Susann Laßmann, Christiane Schmidt, Antje Harr, Maritta Groth, Pasquale La Penna, Silke Haag, und Bianka Bauer versuchen die Kinder der 3. und 4. Klasse zum Nachdenken darüber zu bringen, dass psychische und körperliche Gewalt keine Mittel zur Lösung von Problemen sind. "Unser Ziel ist es, die Lehrer und Kinder zu unterstützen", umreißt Silke Haag das Anliegen der Gruppe. "Vor allem aber wollen wir das Selbstbewusstsein der Kinder stärken". Dazu haben die Eltern zwei Programme mit kleinen Vorträgen, einem Film, Rollenspielen und Gesprächen auf die Beine gestellt. Mit den Jüngsten sprechen sie darüber, wo Gewalt anfängt und welche Werkzeuge und Ventile es gibt, ihr keine Chance zu geben. "Oft beginnt Gewalt untereinander mit verletzenden Worten", weiß Silke Haag. "Wir wollen dem etwas entgegenstellen und üben mit den Schülern, gute und ermutigende Worte füreinander zu finden". Die Team-Mitglieder erarbeiten mit den Kindern verschiedene Gewaltformen und zeigen auf, was alles Gewalt ist. Das Spektrum reicht von üblen Worten über Sachbeschädigung bis hin zur seelischen Gewalt und Erpressung.

"Alle Formen bis zur seelischen Gewalt erleben die Kinder auch im Alltag", beschreibt Haag die gemeinsamen Erfahrungen. Bei einem so genannten Ampelspiel bewerten die Schüler, was sie als Gewalt empfinden. Rot verdeutlicht schwere Gewalt, grün dagegen keine Gewalt. Bei Szenenspielen bauen die Kinder Zivilcourage auf und finden selbst Wege, um mit Wut und Enttäuschung umzugehen. "Wir spielen mit den Kindern zum Beispiel eine Situation im Schulbus nach, wo ein großer Junge einen hilflosen kleinen Jungen anpöbelt, sein Kuscheltier aus dem Ranzen zerrt und die schlechte Mathearbeit allen unter die Nase hält", erzählt Silke Haag. Es sei spannend, wie die Dritt- und Viertklässler darauf reagieren. In allen Fällen siege die Solidarität mit dem kleinen Jungen. Als Ziel soll am Ende stehen: Wir wollen die Klasse der guten Worte werden. Ein kleines symbolische "Netz der guten Worte" mit den Fotos der Kinder und ihren guten Eigenschaften hängt dann ebenfalls an der Wand des Klassenzimmers. Jeder ist wichtig, jeder kann was und zusammen sind wir stark. Das wollen die Eltern den Schülern vermitteln. Dabei erleben die Kinder das Knüpfen eines Netzes der Freundschaft besonders anschaulich. Jeder Schüler nennt positive Eigenschaften eines bestimmten Mitschülers. Wer etwas sagt, bekommt ein Seil in die Hand. So wird das Seil zwischen den Schülern zum Netz gewoben. Schließlich darf sich ein Kind auf das Netz legen und erfährt dabei, dass die Mitschüler ihn bedacht und vorsichtig tragen.

Verstärkung gesucht

Entwickelt hat das f.ü.r-Projekt eine Elterninitiative aus Altensteig. Die Schwaikheimer wurden im Jahr 2009 darauf aufmerksam, besuchten Seminare und legten dann los. "Es ist wichtig, dass die Eltern teilhaben, denn sie tragen die Erziehungsverantwortung für die Kinder. Die Resonanz der Lehrer ist für uns sehr ermutigen", fasst Bianka Bauer zusammen. Die Projekt-Ergebnisse werden von den meisten Lehrern im Unterricht ausgewertet und fließen in die weitere Arbeit ein. Die Eltern suchen Verstärkung - gerne auch Männer. Das f.ü.r-Projekt ist so angelegt, dass es ausschließlich von Eltern getragen wird. Durch die Fluktuation der Eltern sind immer wieder neue "Eltern-f.ü.r-Generationen" nötig, um die Idee und den Unterricht auf lange Sicht am Leben zu erhalten. Die f.ü.r-Eltern freuen sich über jeden, der neu mit einsteigen möchte. Bei Interesse wenden Sie sich bitte telefonisch an Bianka Bauer (07195/5 22 02) oder an Silke Haag (07195/5 16 27).

F.ü.R. – Freunde üben Rücksicht

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Kontakt

Gemeinschaftsschule Schwaikheim
Konrektorin Karin Wulf
Uhlandstr. 8
71409 Schwaikheim
Tel.: 07195/9538-0