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GMS Schwaikheim

Die GMS Schwaikheim (früher: Ludwig-Uhland-Schule Schwaikheim) ist seit dem Schuljahr 2013/14 Gemeinschaftsschule.

Was bedeutet das für die Schule, die Schüler und ihre Eltern?

Mann mit langem Atem

Für den neuen Konrektor der Schwaikheimer Schule, Michael Huy, ist auch das Unterrichten an der Gemeinschaftsschule neu.

Schwaikheim. Wenn’s eilt, rennt er schon mal durch die Schule. Aber dafür, dass er in der Ludwig-Uhland-Schule, an der es wirklich einige „Baustellen“ gibt, neu ist, wirkt der neue Konrektor Michael Huy erstaunlich entspannt. Als Wettkampflangläufer hat er Erfahrung mit Druck. 

Der 39-Jährige, der vom Rudersberger Schulzentrum gekommen ist, hat Schwaikheim vorher vor allem vom jährlichen EK-Saisonabschlusslauf gekannt. Ein Kollege in Rudersberg hatte ihn auf die frei werdende Stelle aufmerksam gemacht, eine Kollegin schwärmte vom dortigen Kollegium. Aus seinem „Aufstieg“ macht Huy kein großes Thema, er war in Rudersberg schon lange im Leitungsteam; von dort zum Konrektor, das sei normal, logisch, der nächste Schritt. Die spezielle Situation der Schule in Schwaikheim war ihm bei seiner Bewerbung natürlich bewusst, er hatte dazu Kontakt mit dem Schulamt, das ihm vorbehaltlos reinen Wein eingeschenkt habe. Er hatte außerdem mit der kommissarischen Schulleiterin Elke Kienzle-Simon und mit seiner Lebensgefährtin darüber gesprochen. Als diese ihn ermunterte, entschloss er sich zur Bewerbung. Wichtig dabei für ihn war auch der Eindruck, dass der Träger, die Gemeinde, voll hinter der Schule steht, ganz zu schweigen vom Kollegium. 

Er sei sich der Problematik bewusst: zwei Schulen, zwei Standorte, zwei Lehrerschaften, zwei unterschiedliche pädagogische Konzepte zusammenführen und das ohne die beiden bisherigen Rektoren der Schulen. Aber die Perspektive, die gemeinsam entstehende Schule ins Laufen zu bringen, habe ihn gereizt, so Huy. 

Vorher 14 Jahre am Rudersberger Schulzentrum 

Er war 14 Jahre lang in Rudersberg. Nach der Entscheidung dort gegen die Gemeinschaftsschule, sei für ihn klar gewesen, dass die Werkrealschule als Schulform keine Zukunft hat. Die Gemeinschaftsschule in Schwaikheim biete jedem Kind eine gute Chance bis einschließlich der 10. Klasse, betont Huy. Es sei seine Aufgabe, den Eltern dies zu vermitteln, die Schule bei ihnen wieder populär zu machen. „Es läuft hier so viel, was außen gar nicht richtig wahrgenommen wird. Es ist bislang nicht transparent, was hier geleistet wird.“ Das verlange ein Umdenken in der Öffentlichkeitsarbeit. „Das ist aber kein spezielles Schwaikheimer Problem.“ 

Das Denken, die Gemeinschaftsschule sei eigentlich die Hauptschule, sei noch weit verbreitet. „Von der Entstehung her war es ja auch so.“ Der Unterschied, dass diese neue Schulform aber vom pädagogischen Konzept her etwas ganz anderes ist, sei immer noch nicht so bekannt. „Viele Eltern denken nach wie vor in dem Drei-Säulen-Schulsystem.“ Aber es gehe eindeutig in Richtung zweigliedriges Schulsystem und da gehöre der Gemeinschaftsschule die Zukunft. „Das vor allem war für mich der Grund für den Wechsel.“ 

Huy selbst muss sich allerdings auch noch kundig machen. Das Unterrichten in einer Gemeinschaftsschule ist neu für ihn: „Das ist also auch für mich ein Sprung ins kalte Wasser.“ Und er müsse sich an die Situation mit mehreren Standorten (nicht zu vergessen die Eichendorffschule), die Unterschiede der Konzeptionen, der Organisation, der Abläufe eindenken. „Das kostet natürlich viel Arbeit und Zeit.“ Die Sommerferien dauerten für ihn dieses Jahr zwei Wochen. Die Tage und Wochen sind voll. Er muss sie aufteilen zwischen Winnenden und Schwaikheim. Das Schulleitungsteam in Winnenden muss ungewohnte Aufgaben mitübernehmen, in Schwaikheim habe das Kollegium das wegen des Ausfalls des Rektors entstandene „Vakuum“ aufgefangen, sei es gewohnt, sehr selbstständig zu arbeiten, die Organisation der Schule selbst zu bewältigen. „Das ist für mich fast schon komfortabel.“ Er bekomme von allen Seiten volle Unterstützung, auch aus Winnenden, von den Kollegien und den Schulträgern. „Das ist ein sehr angenehmes Miteinander.“

Erfolgreicher Langläufer: Sport als Ausgleich

Huy wohnt in Breitenfürst, ist Mitglied bei der Spvgg Rommelshausen-LA Kernen – und er wird es, versichert er, bleiben, Eichenkreuz Schwaikheim braucht sich also keine Hoffnungen zu machen. Wenn die Knochen mal zu müde sind, und das kommt Ende 30 mal vor, dann setzt er sich aufs Rad. Sport ist für ihn Ausgleich: „Ich fühl mich nachher frisch und fit.“ In der Jugend hat er gekickt, zur Leichtathletik kam er erst als 23-Jähriger.

Akzeptanz für neue Schulform braucht Zeit

Huy sieht Parallele zu den frühen 2000er Jahren, als die Ganztagsschule aufkam

Schwaikheim (usp). Huy sieht die Situation, die er vorfindet, als Herausforderung, als interessante Erfahrung. Die verwaiste Rektorenstelle führt allerdings dazu, dass er selbst vorerst kaum zum Unterrichten kommt. „Das fehlt mir, der ständige Kontakt zu den Schülern.“ 

Er sieht auch die Schwierigkeit, ein gemeinsames Konzept zu gestalten. Aber die Kollegien zögen mit, seien gemeinsam auf dem Weg. „Das heißt aber nicht, dass es bei dem einen oder anderen Kollegen nicht persönliche Unsicherheit gibt, wie es weitergeht.“ Was die Eltern angehe, sei die Aufgabe vor allem, ihnen die Perspektive zu vermitteln, dass sie die Schule im Gesamten sehen, von Klasse 1 bis 10, dass es für ihre Kinder nach der Grundschule gleich gut weitergehe. Huy erinnert an die frühen 2000er Jahre, als die Ganztagsschulen aufkamen, auch damals seien die Eltern Sturm dagegen gelaufen. Mittlerweile sei Ganztagesbetrieb normal. 

Von daher beurteilt er die Chance für das Überleben der Schule in Schwaikheim als sehr gut. Ziel sei ganz klar die Zweizügigkeit, „aber vielleicht schaffen wir die im nächsten Jahr noch nicht.“ Die fünfte Klasse an der Ludwig-Uhland-Schule hat in diesem Jahr 19 Schüler. Als klar war, dass in Winnenden an der Robert-Boehringer- Schule keine Fünftklässler mehr aufgenommen werden, wechselten vier Schüler noch nach Schwaikheim. 

Mit dem neuen Rektor (oder einer Rektorin) rechnet Huy nicht vor Weihnachten, auch wenn das Schulamt von einer „zeitnahen“ Besetzung spricht. Die Besetzung müsse viele Gremien durchlaufen. Gute Bewerbungen lägen vor, er sei da optimistisch.

Neuer Konrektor an der GMS Schwaikheim

Text: Uwe Speisen
Bild: Büttner

Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Winnender Zeitung vom 5. Oktober 2017.

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